Freak City Bamberg ist zurück in der NBBL
NBBL-Basketball hat in Bamberg eine lange Tradition. Meisterschaften, intensive Playoff-Serien und Duelle mit den besten U19-Basketballern Deutschlands haben über viele Jahre zahlreiche Bamberger Talente geprägt und weiterentwickelt.
Im vergangenen Jahr war diese Tradition plötzlich unterbrochen. Die Bamberger U19 war aus der Nachwuchs Basketball Bundesliga abgestiegen und verpasste im anschließenden Qualifikationsturnier den direkten Wiederaufstieg. Für viele wäre das ein Grund gewesen, zu resignieren. Nicht aber für unsere U19-Freaks.
Ein Jahr lang arbeitete das Team auf die nächste Chance hin. Die Spieler waren in den Mannschaften unserer Kooperationspartner in Coburg, Baunach, Breitengüßbach und Erlangen aktiv und trainierten zusätzlich zweimal pro Woche gemeinsam als U19. Das Ziel war klar: zurück in die NBBL.
Am vergangenen Wochenende fanden deutschlandweit vier Qualifikationsturniere statt. Gespielt wurde im Modus „Jeder gegen Jeden“. Nur der Turniersieger qualifiziert sich für die NBBL-Saison 2026/27.
Für Freak City Bamberg ging es nach Wolmirstedt. Die Gegner: am Samstag die Gastgeber aus Wolmirstedt, am Sonntagvormittag der VfL Stade/Hamburg und am Sonntagnachmittag die BG Zehlendorf. Gegen Zehlendorf war man im Vorjahr noch in eigener Halle in Strullendorf gescheitert.
Unser Team reiste bereits am Freitag an. Statt Hotelkomfort gab es ein Apartmenthaus, statt Ablenkung volle Konzentration. Das Motto für das gesamte Wochenende: Fokus auf die Mission NBBL-Qualifikation.
Souveräner Auftakt gegen Wolmirstedt
Trotz Temperaturen um die 30 Grad in der Halle starteten die Bamberger hochkonzentriert in das erste Spiel. Nach dem ersten Viertel lag Freak City bereits mit 27:17 in Führung. Kapitän Jonas Mendl übernahm offensiv Verantwortung und führte sein Team mit 19 Punkten bis zur Halbzeit an.
Defensiv zeigte die gesamte Mannschaft eine sehr konzentrierte und geschlossene Leistung. Zur Pause stand eine deutliche 50:29-Führung auf der Anzeigetafel, die im weiteren Spielverlauf nicht mehr in Gefahr geriet.
Endstand Spiel 1: Freak City Bamberg – Humans City Baskets 91:53
Danach hieß es: stretchen, trinken, viel trinken, essen, schlafen – und bereit sein für Spiel zwei am Sonntagmorgen.
Deutliches Ausrufezeichen gegen Stade/Hamburg
Auch am Sonntag um 9:30 Uhr war das Team von Beginn an voll da. Das erste Viertel ging mit 34:10 an Bamberg. Die Freaks agierten kollektiv, aggressiv und konstant in der Defensive. Offensiv war es diesmal Felix Egger, den die Hamburger Verteidigung kaum stoppen konnte. Bereits im ersten Viertel erzielte er 14 Punkte.
Über die gesamte Spielzeit hielt Freak City die notwendige Spannung hoch und setzte am Ende ein klares Ausrufezeichen.
Endstand Spiel 2: Freak City Bamberg – VfL Stade/Hamburg 98:35
Wieder folgte die gleiche Routine: stretchen, trinken, essen – und volle Vorbereitung auf das entscheidende Spiel um 14:45 Uhr gegen die BG Zehlendorf. Auch die Berliner hatten ihre ersten beiden Partien deutlich gewonnen: 97:51 gegen Stade und 76:56 gegen Wolmirstedt.
Endspiel gegen Zehlendorf
Die Ausgangslage war klar: Der Sieger spielt in der Saison 2026/27 in der NBBL.
Das Spiel begann intensiv. Julian Günther setzte defensiv früh ein Zeichen und hielt gegen die körperlich starken Berliner stark dagegen. Nach dem ersten Viertel führte Bamberg knapp mit 23:22.
Im zweiten Viertel erwischte Zehlendorf den besseren Start. Die Berliner bewegten den Ball gut, trafen hochprozentig aus der Distanz und setzten sich in der 14. Minute auf 34:25 ab. Auszeit Bamberg. Sammeln. Fokussieren. Zurückkämpfen.
Und genau das tat das Team. Mit leidenschaftlicher Teamdefense und großer Energie kämpften sich die Freaks bis zur Halbzeit zurück. Beim Stand von 36:36 war wieder alles offen.
Auch das dritte Viertel blieb weitgehend ausgeglichen, mit dem etwas besseren Ende für Zehlendorf. Vor den letzten zehn Minuten lag Bamberg mit 54:57 zurück.
Eine letzte Minute für die Geschichte
Das Schlussviertel wurde zu einer echten Achterbahnfahrt. Beide Teams spielten mit viel Herz, großer Intensität und auf absoluter Augenhöhe. Tim vom Endt biss sich trotz Rückproblemen durch und traf wichtige Dreier in entscheidenden Momenten.
Freak City ging mit zwei Punkten Vorsprung in die letzte Minute. Zehlendorf attackierte den Korb – Block Bamberg. Der Ball blieb bei den Berlinern, der nächste Versuch folgte – wieder Block Bamberg. Noch weniger als 20 Sekunden waren zu spielen.
Dann der Ballgewinn. Doch ein Fehlpass gab Zehlendorf noch einmal die Chance. Wieder attackierten die Berliner den Korb. Wieder wurde der Versuch geblockt. Bamberg hatte den Ball, noch acht Sekunden auf der Uhr.
Ein langer Pass auf Benny Goerlitz, der Richtung gegnerischen Korb sprintete. Der Abschluss. Die Erlösung.
68:64. Freak City Bamberg ist zurück in der NBBL!
Danke an alle Beteiligten
Dieser Erfolg ist das Ergebnis eines langen gemeinsamen Weges. Der Dank gilt allen Spielern, Trainern, Betreuern, Eltern und Kooperationspartnern, die diesen Moment möglich gemacht haben.
Ein Jahr Arbeit. Ein Wochenende voller Fokus. Drei Siege. Freak City ist zurück in der Nachwuchs Basketball Bundesliga.
Für Freak City Bamberg bei der Qualifikation im Einsatz
Julian Günther, Felix Egger, Jonas Mendl, Flo Weiss, Benny Goerlitz, Tim vom Endt, Lenny Valdeig, Jannis Schörner, Tiger Dunne, Anton Ritzel, Hannes Jacob, Jakob Rothenbach, Jakob Sagna, Noah Ama und Jalen Exson.