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Freak City - Auf der Suche nach dem Ursprung

in Artikelserie: Freak City - 5.7.2011

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Sich auf die Suche nach der etymologischen Herkunft bestimmter Begrifflichkeiten zu machen erfordert immer einen Haufen Recherche und dementsprechend viel Arbeit um viele Ecken. Natürlich erleichtert das Internet diese Aufgabe, doch wirft sie genauso auch neue Schwierigkeiten auf: Aus der Fülle an Angeboten beziehungsweise Halb- und Ganzwahrheiten zu selektieren erinnert stark an das berühmte Spiel mit der Nadel im Heuhaufen. Wir jedoch haben es geschafft...wir haben den Ursprung von "Freak City" gefunden.

Bei „Freak City“ handelt es sich um mehr als den Spitznamen einer basketballverrückten Stadt, es ist mehr als nur eine Selbstbezeichnung der treuen Anhänger der Brose Baskets. Freak City ist eine Bewegung geworden, die nicht nur, aber vor allem zu Playoffzeiten allgegenwärtig ist und mittlerweile über die Grenzen unserer Kleinstadt bis hinauf ins höchste Quakenbrück jedem Basketballinteressierten ein Begriff sein sollte. „Freak City“ macht die Kombination Bamberg und Basketball zu dem was sie heute ist - ein Kult, eine generationenübergreifende Massenbewegung und für viele ein Lebensgefühl.

Mehr als genug Gründe also sich auf die Suche nach dem Ursprung dieses Spitznamens zu machen.

Es begab sich im Jahre 1992, ein wahrhaft glorreiches Jahr für den Bamberger Basketball, in dem man mit dem Pokalsieg den bis dahin ersten großen Triumph feiern konnte. Zu Anfang der 90er Jahre war dieser Sport in Deutschland höchstens Insidervergnügen und Spartenprogramm. Auch wenn die heutigen Zustände diesbezüglich alles anderes als optimal sind, sollte man nicht vergessen, dass sich seit dem einiges getan hat. Umso erstaunter mussten also die Anhänger der Ludwigsburger Mannschaft sein, als die Bamberger Fans zum ersten Endspiel in Stuttgart mit sage und schreibe acht Bussen und etliche Autos anreisten.

Der Sieg in diesem Hinspiel ebnete den Weg für den Pokalerfolg der TTLer, was aber die wenigsten wissen ist, dass damals, vor 15 Jahren also, auch der Begriff „Freak City“ geprägt wurde. Als nämlich die unzähligen Bamberger Fans Stuttgart erreichten, reagierte ein verdutzter Ludwigsburger Fan mit den Worten „Ihr seid doch alle Freaks“, worauf einer der Bamberger Fans „Freilich! Mir sän ja a aus Freak City!“ entgegnete.

Ein rückblickend betrachtet wahrhaft denkwürdiger Augenblick. Seltsamerweise geriet der Name danach in Vergessenheit. Bamberg blieb Bamberg und versank leider Gottes ja auch sportlich in der Bedeutungslosigkeit. Erst Jahre später, griffen Bamberger Fans die Idee erneut auf und verwirklichten eine Idee für ein originelles Fanshirt.

Gemeint sind natürlich die berühmten Freak City Shirts, die vorder- und rückseitig mit einem Freak City Ortsschild bedruckt sind. Bis heute sind sie bei Spielen häufig zu sehen, was schon deshalb eine gute Sache ist, da der gesamte Erlös einem Bamberger Basketballverein zu Gute kam.

Doch nicht nur das: Die Shirts trugen erheblich dazu bei, dass „Freak City“ seinen Weg zurück in den Wortschatz des Bamberger Basketballfans fand.

Im großen Erfolg des Merchandise Produkts ging damit Hand in Hand natürlich auch die Entwicklung des Begriffes selbst voran und es dauerte nicht mehr lange bis er zu dem wurde, was er heute ist:

Ein Synonym für Bamberg, über die fränkischen Stadtgrenzen hinaus.

Heute sind wir für die komplette Basketballnation und nicht mehr nur für die Ludwigsburger die „Freaks“ und wenn alles gut geht, wird sich dieser Ruf auch in Europa durchsetzen. Es gibt wenige Städte in denen eine derartige treue und euphorische Begeisterung für eine Mannschaft existent ist und wer bei den beiden Meisterfeiern dabei war, kann das nur bestätigen. Zwar war es ein langer Weg bis dahin in denen auch die Mannschaft viele Höhen und Tiefen durchschreiten musste, doch was wir heute sind lassen wir uns wohl so schnell nicht mehr nehmen.

Bamberg = Freak City, und das zu Recht.

Der Dank für diesen Artikel geht an Andreas Thamm!


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